baukurier — das Magazin der Witschi AG

Peter Biffiger

langjähriger Polier Hochbau

Bendicht Witschi: Peter, du bist langjähriger Polier Hochbau. Wie kam es, dass du bereits die Lehre bei uns gemacht hast?
Peter Biffiger: Ja, ich bin schon 38 Jahre bei Witschi! Als 14-Jähriger wünschte ich mir ein Moped. Mein Vater meinte, dass ich das Geld auf dem Bau verdienen solle. So nahm ich das Telefonbuch und fand unter Bauunternehmungen die Witschi AG. Ich rief an und sagte, dass ich Arbeit suche während den Sommerferien. So kam es, dass ich Absperrlatten rot-weiss anmalte, einen ganzen Stapel. Das zweite Mal arbeitete ich im Tessin im Ferienhaus der Familie Witschi. Erst nachdem ich mein Taschengeld in der Witschi AG aufgebessert hatte, entstand die Idee, dass ich einen Bauberuf erlernen könnte. Ich bin schnuppern gegangen und dann wurde mir hier eine Stelle als Maurerlehrling angeboten.

BW: Ich kam in meinen Schulferien auch arbeiten. Ich war mit dir zum Beispiel beim Bahnhof Langenthal.
PB:
Ja, du siehst, wir waren fast überall! Ich kann bei vielen Gebäuden in Langenthal sagen, dass ich etwas daran gebaut habe.

BW: Ich habe vor kurzem alte Unterlagen gefunden von einem Lehrlingsausflug, dort stand dein Name und auch der von Urs Kreienbühl (Leiter Magazin) und Markus Meyer (Chauffeur). Dies zeigt, dass wir einige langjährige Mitarbeiter haben! Nach der Lehre hast du eine Festanstellung erhalten.
PB:
Ende zweites Lehrjahr habe ich die Autoprüfung absolviert und durfte dann bereits alleine Baustellen bedienen. Oder ich arbeitete mit einem Mitarbeiter ohne Führerschein zusammen, weil ich fahren konnte. Ich war vorwiegend beim Einfamilienhausbau dabei und bei Umbauarbeiten. Ab 1987 besuchte ich die Vorarbeiterschule in Burgdorf und ab 1990 die Polierschule. Ich freute mich sehr, als Mathys Toni (damals Leiter Hochbau) mich zum Polier beförderte.

BW: Wie hat sich der Bau verändert in all diesen Jahren?
PB:
In der Technik hat sich natürlich vieles verändert. Zum Beispiel, dass man den Beton an Ort und Stelle pumpen kann. Früher waren die Arbeiten aber abwechslungsreicher. Versetzarbeiten, Verputzarbeiten usw. macht man heute nicht mehr, was ich schade finde. Das richtige Mauern wird meistens von Akkordarbeitern ausgeführt. Das ist halt der Wandel der Zeit. Wenn wir mal etwas zum Mauern haben, schaue ich immer, dass ich den Lehrlingen die Gelegenheit dazu geben kann. Grundsätzlich ist heute alles sehr kurzlebig und man muss sehr flexibel sein. Personelle Änderungen habe ich natürlich auch erlebt. Ganze Generationenwechsel!

BW: Wie sieht die Zukunft aus?
PB:
Es gibt immer noch junge Menschen, die handwerklich arbeiten wollen. Nun haben wir auch zwei Flüchtlinge, welche bei uns die Lehre machen. Ich finde gut, dass wir ihnen eine Ausbildung ermöglichen und eine Perspektive geben. Und ich bin gespannt, wie sich dieses Projekt entwickelt.

BW: Was wünschst du dir für deine Zukunft?
PB:
Gute Gesundheit, damit ich weiterhin arbeiten kann. Und ich hoffe, auf spannende und interessante Objekte. Für die Firma wünsche ich mir, dass sie weiterhin eigenständig bleibt.

BW: Ich danke dir für dieses Gespräch.

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