SRO-Parkhaus mit Kunst am Bau

Zwischen SRO-Bettenhochhaus und Langete entsteht zurzeit ein vierstöckiges Parkhaus für 370 Fahrzeuge. Im Kopfbau auf der Seite der Waldhofstrasse wird der Rettungsdienst untergebracht. In diesem Bereich bauten die Witschi Spezialisten eine Sichtbeton-Fassade. Im hinteren Teil des Gebäudes ziehen sich Brüst-ungen ohne Bindstellen auf einer Länge von 120 Metern nach hinten und lenken den Blick entlang der Horizontale. Das Parkhaus behält trotz seinen beachtlichen Dimensionen eine gewisse Leichtigkeit, und die einfache, ruhige Grundstruktur des „nackten“ Baus bleibt klar erkennbar. Wer der Langete entlanggeht und Richtung Bettenhochhaus blickt, der kann durch das Gebäude hindurchsehen. Das Erdgeschoss bleibt offen. In den oberen Geschossen stellen Holzlamellen eine materielle Verbindung zwischen dem natürlichen Lebensraum der Langete und dem Betonkomplex des Spitals her.
Die Witschi AG erhielt den Auftrag zur Ausführung des Aushubs und der Hochbauarbeiten aufgrund ihrer grossen Erfahrung im Bereich Betonbau. Innerhalb von drei Wochen wurde der bestehende Parkplatz rückgebaut. Insgesamt 12 000 m3 Aushubmaterial wurde auf Lastwagen verladen. Danach verbaute das Team von Bauführer Jannik Spano und Polier Marc Däpp in rund 130 Tagen 7000 m3 Beton und 526 Tonnen Eisen. Das trockene Wetter erleichterte das Einhalten des engen Terminplans. Bei der Sichtbeton-Fassade wurde kaum etwas dem Zufall überlassen. Die Architekten planten die Position sämtlicher Bindstellen und Fugen. Damit die Fugen der Zwischendecke von vorne nicht sichtbar sind, wurden die Wände mit den speziell für diesen Bau angefertigten Schalelementen auf die Gesamtbauhöhe von acht Metern betoniert. Die Zwischendecke wurde nachträglich von hinten angehängt.  
Wer das SRO-Spital beim Eingang West verlässt, sich zum Parkhaus begibt und die Betonfassade achtsam wahrnimmt, der wird dort auf ein einzigartiges Kunstwerk am Bau stossen, das die Architekten Blum und Grossenbacher und die Witschi AG der SRO schenken: Der Langenthaler Künstler Max Hari hat Schaltafeln mit der Motorsäge so präpariert, dass nach dem Ausschalen auf der Betonfläche lesbare, dynamische Formen sichtbar wurden. Durch das Spiel von Licht und Schatten befinden sich die Formen tagsüber mit dem Sonnenstand und der Bewölkung in stetigem Wandel.
Aufgrund seiner persönlichen Erfahrung mit Farbholzschnitten kam Max Hari vor rund 20 Jahren auf die Idee, die Holztafeln nicht mehr mit den klassischen Holzschnitt-Werkzeugen, sondern mit der Motorsäge zu bearbeiten. Die Verwendung dieses Werkzeugs verband er nie mit einem zerstörerischen Akt. Die Motorsäge wurde für ihn mehr und mehr zum sensiblen Hilfsmittel, das es ihm erlaubt, in kurzer Zeit die vorgängig auf Papier skizzierten Formen auf Holztafeln umzusetzen. Beim SRO-Kunstwerk hat Max Hari erstmals mit Betonschaltafeln gearbeitet.

Bauherrin:
SRO AG, Langenthal

Bauzeit:
2018, 6 Monate

Technische Daten: 
7'000m³ Beton
536'000kg Stahl

Architekten:
Blum und Grossenbacher, Langenthal, blum-grossenbacher.ch

Unsere Bauführer:
Markus Ledermann (Rückbau und Aushub), Jannik Spano (Hochbau)

Unser Polier:
Marc Däpp

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