Schneeberger Lineartechnik AG baut neue Werkhalle

Für Standardprodukte ist die Schweiz als Industriestandort meistens zu teuer. Das wissen wir alle. Klar ist daher auch, dass — wie so oft hierzulande — wieder einmal höchste Präzision gefordert ist, wenn im neuen Produktionsgebäude der Schneeberger AG Lineartechnik der Betrieb aufgenommen wird. Die Geschäftsleitung des Roggwiler Unternehmens hat beschlossen, die Herstellung ihrer erfolgreichen Profilschienenführungen in das neue Gebäude zu verlagern und so dank besseren Voraussetzungen die Produktionskapazität zu steigern.

Die Kernelemente der neuen Werkhalle bilden die Schleifmaschinen, mit denen die hochpräzisen Minirail-Führungen hergestellt werden. Die Schleifmaschinen werden auf einer 80 cm dicken Betonbodenplatte stehen. Damit diese von den Schwin­g­ungen des restlichen Gebäudes nicht betroffen ist, baut sie die Witschi AG auf eine separate Schicht aus Ruvido, einem Recyclingbaustoff, der bei der Stahlproduktion als Nebenprodukt entsteht. Im restlichen Gebäude liegen Monobetonböden auf Recycling-Glasschotter. Mit dieser strikten Trennung der Fundamente werden die Schleifmaschinen ihren Dienst erschütterungsfrei verrichten können.

Für eine hohe Präzision muss in den Produktionsräumen ein stabiles Klima herrschen. Im neuen Gebäude wird eine ­sogenannte Tabs-Anlage für konstante Temperaturen sorgen. Abweichungen von mehr als +-0,5 Grad Celsius sollen nicht vorkommen. Dank einem ausgeklügelten System wird der Energieverbrauch auf ein Minimum reduziert, denn die Prozesswärme, die bei den Schleifmaschinen entsteht, wird über das Kühlöl in den Keller geleitet und dort mit einem Wärmetauscher so umgewandelt, dass mit dieser Wärme im Winter das Gebäude geheizt werden kann.

Die Anforderungen an alle Beteiligten sind hoch. „Wir müssen fortlaufend reagieren und Entscheidungen treffen“, sagt Beat Müller, Architekt und Geschäftsführer von Müller + Partner. „Damit das Projekt gelingt, sind wir auf ein flexibles Bauunternehmen angewiesen, bei dem die Führungskräfte mitdenken.“

Bauherrschaft:
Schneeberger AG Lineartechnik, Roggwil

Architekt:
Rudolf Christen, Projektleiter, Müller + Partner, Langenthal

Bauzeit:
2018, 5 Monate

Technische Daten:
Sämtliche Böden in Monobeton, 2'800m³
Neue Werkhalle 45 x 45 Meter

Spezielle Herausforderung:
Eingang in Sichtbeton

Unsere Bauführer:
Roman Gerber (Aushub)
Stefan Kurt (Hochbau)

Unsere Poliere: 
André Gabi (Aushub)
Daniel Grütter (Hochbau)

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